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Wespennest Nr.175
Wespennest Nr.175

Hilfe

„Hülf und Gnad hat kein Warum“ – was der Sprachgelehrte Justus Georg Schottel im 17. Jahrhundert in seiner Ausführlichen Arbeit Von der Teutschen HaubtSprache unter die Sprichwörter reiht, prägt bis heute unser ethisches Verständnis von Hilfe. Wer jemandem beisteht, fordert idealerweise weder Begründung noch Gegenleistung.
Doch wie lässt sich – etwa aus christlicher Perspektive – mit der Tatsache umgehen, dass die reine Mildtätigkeit angesichts der Not der Menschen in Zeiten struktureller Krisen unzulänglich bleibt?
Politisch gefasst versteht sich Hilfe keinesfalls als selbstlos: Sie soll vielmehr – je nach Standpunkt – Solidarität mit anderen und gegen andere sein, emanzipatorische Prozesse von unten unterstützen, einer Beistandspflicht nachkommen, sich rechnen und präzise berechnen lassen, in Form von Zinsleistungen aus „Rettungsschirmen“ zum Beispiel. Das solcherart ökonomisierte Leben bleibt auch im Sterben nicht davon frei. Können wir in der Selbsttötung dennoch einen Akt der Selbsthilfe sehen?
Diesen Fragen geht der Herbstschwerpunkt des wespennest nach, ohne ein Pflaster auf die schiefen Verhältnisse kleben zu wollen.

Außerdem in diesem Heft: Maja Das Gupta besucht den Friedhof im tschechischen Broumov (Braunau), Marcel Beyer richtet sein bild- und medienpolitisches Interesse auf ein Objekt, das zum ikonischen Möbel von Black-Panther-Aktivisten, Ezra Pound und einer Erotikfilmreihe gleichermaßen wurde: den Peacock Chair – und vieles andere mehr.


Wespennest Aktuelles
|31.10.2018| wespennest auf der BUCH WIEN (07.-11. November 2018)
Auf der BUCH WIEN treffen Sie wespennest in bewährter Weise auf dem Stand unseres Vertriebspartners C.H.Beck in Halle D Stand D14 an. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

|19.10.2018| „Europa zuerst!“ Daniel Cohn-Bendit und Claus Leggewie im Gespräch

Als Auftakt des von Eurozine organisierten 29. Europäischen Kulturzeitschriftentreffens diskutieren Daniel Cohn-Bendit und Claus Leggewie über den Umgang mit nationalistischem Populismus und darüber, was wir für ein freies, offenes und gerechtes Europa tun können.

Seit rund 35 Jahren kommen Redakteure und Redakteurinnen europäischer Kulturzeitschriften in verschiedenen Städten Europas zusammen, um über aktuelle Themen in Kultur und Politik zu sprechen und sich zu theoretischen und praktischen medienpolitischen Fragen auszutauschen. wespennest war bereits in den Jahren 1995 und 2000 einer der Gastgeber dieser außergewöhnlichen Zusammenkünfte, und nun ist es erneut gelungen, die Akteure dieses Netzwerks nach Wien einzuladen. Unter dem Konferenzthema „Mind the gap – illiberal democracy and the crisis of representation“ werden sich an die hundert Teilnehmende aus über 30 Ländern von 2. bis 4. November 2018 zu internen Gesprächen treffen.

Als Eurozine-Gründungsmitglied und Partner dieses einzigartigen mehrsprachigen Online-Mediums und Zeitschriftennetzwerks dürfen wir Sie seitens der Zeitschrift wespennest, die auch die diesjährige Konferenz wieder mitveranstaltet, sehr herzlich auf das Eröffnungsgespräch mit Daniel Cohn-Bendit und Claus Leggewie hinweisen. Einige wenige Restplätze sind noch vorhanden, um Anmeldung wird unter folgendem Link gebeten: belvedere 21
Den Livestream des Eröffnungsgesprächs gibt es am 02.11.2018 unter www.facebook.com/eurozine (von 19:00 bis 20:30 Uhr).

Freitag, 02.11.2018, 19.00 Uhr
Belvedere 21

Quartier Belvedere, Arsenalstraße 1, 1030 Wien


Ende September hat die Deutsche Bischofskonferenz offiziell ihren bislang umfassendsten Untersuchungsbericht über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche Deutschlands vorgestellt. Im Vorfeld und auch im Nachgang gab es kritische Pressestimmen, dass der Bericht das wahre Ausmaß der Taten herunterspielt. Kann man sich über Heuchelei eigentlich noch aufregen?

Wespennest Zeitschrift
Heft 174 |w174| Idiotie als Thema von Kunst und Literatur, als Wirkmacht in Gesellschaft und Politik, als Irrsinn des Alltags – und die Frage: Gibt es eigentlich ein Außerhalb der Idiotie?
Heft 173 |w173| Kultur erben ist schwierig, gesellschaftlich wie individuell. Versteht man das Erbe als Bereicherung oder zerstört man es? Ein Heft zur Dynamik von Erinnern und Vergessen.
Heft 172 |w172| Ent-fremdet sein – Störung im Welt- und Selbstverhältnis oder produktiver Vorgang? Hat das Fremde in der globalisierten Welt zugenommen oder kommt es uns abhanden?
Wespennest Vorschau
wespennest 176
Klima
Preis: EUR 12.00;
erscheint am 14.05.2019

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