wespennest zeitschrift
Wespennest Nr.172
Wespennest Nr.172

be-, ent-, ver- fremden

Weit entfernt scheinen die Zeiten, als die Kritik an falschen Lebens-, Arbeits- und Liebesverhältnissen noch auf das Adjektiv „entfremdet“ hörte. Wer „Entfremdung“ sagt, postuliere ein „wahres Selbst“, argumentiere dogmatisch, anthropologisch, essentialisierend, so lautet der gängige Einwand: Kein Kriterium erlaube, zwischen echt und unecht, fremd und eigen genau zu unterscheiden. So verschwand der Kampfbegriff der 1960er-Jahre aus dem Arsenal der politischen Sprache. Das Unbehagen an Lebens-, Arbeits- und Liebesverhältnissen aber ist geblieben, es äußert sich heute in Debatten über Neoliberalismus, Finanzkapital, Burnout und Glückserforschung.
Vielleicht lässt sich ja doch etwas vom alten Potenzial des „fremden“ retten. Die Autorinnen und Autoren des Schwerpunkts befassen sich mit den Grundlagen von Kritik und den Formen von Weltaneignung ebenso wie mit dem Leben in der Fremde, mit Erkenntnisstrategien im Theater und mit verwirrten Postbeamten.

Jenseits des Schwerpunkts erinnert Alice Grünfelder an den zivilen Ungehorsam der Deutschen bei der Stationierung der Pershing II, Carsten Jensen nähert sich der Frage nach Gewalt in seiner Reportage aus Afghanistan u.v.m.

Wespennest Aktuelles
Im April standen im „March for Science“ Tausende gegen die Verachtung akademisch gewonnener Erkenntnisse ein. Doch während auf dieser „Loveparade für die Wissenschaften“ alle nicken, kommt die eigentliche Bedrohung der Wissenschaft derzeit von anderer Seite. Andrea Roedig über Paradigmen, die man einmal genauer hinterfragen sollte.

|09.03.2016| Galerie der LiteraturZeitschriften
In der Alten Schmiede (Schönlaterngasse 7, 1010 Wien) gibt es mit der „Galerie der LiteraturZeitschriften“ einen frei zugänglichen öffentlichen Leseraum. Interessierten werden hier ungefähr 75 verschiedene Literatur-Zeitschriften geboten. Sowohl Ausgaben des Jahrgangs 2007 als auch aktuelle Nummern des Jahres 2008 von etwa 35 österreichischen Literaturzeitschriften, darunter auch von Wespennest, und zusätzlich weitere 40 internationale Magazine liegen auf.

Wespennest Zeitschrift
Heft 171 |w171| Wer träumt heute noch vom kommunistischen Vielvölkerimperium? 12 Stimmen und Positionen.
Heft 170 |w170| Potenz, Risikofreude, Gewaltbereitschaft … Sind diese Eigenschaften an das männliche Geschlecht gebunden? Ist das „charismatische" Hormon Testosteron ihr Auslöser?
Heft 169 |w169| Ist Technikkritik heute passé? Aktuelle essayistische Reflexionen zum Verhältnis von Mensch und Maschine
Wespennest Vorschau
wespennest 173
Kultur erben
Preis: EUR 12.00;
erscheint am 07.11.2017

Wespennest Newsletter
Aktuelles zur Netzkolumne "wespenstiche", unseren Heften und Veranstaltungen liefert vier Mal jährlich kostenlos der Wespennest-Newsletter.
Wespennest Partner

C.H.Beck

Glanz und Elend

© wespennest zeitschrift & edition | rembrandtstr. 31/4 | a-1020 wien | österreich
t +43-1-3326691 | f +43-1-3332970 | office@wespennest.at